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Information zur artgerechten Ernährung von Frettchen

(lang aber sehr informativ ;-))

Frettchen  sind Raubtiere und Fleischfresser mit einem sehr kurzen Verdauungstrakt (die  Nahrung hat nur ca. 3 Stunden Zeit, um verwertet zu werden) und müssen daher entsprechend hochwertig ernährt werden. Wasser (am besten im Napf, nicht aus der Nippeltränke) und Futter muss durchgehend zur Verfügung stehen, so dass die  Nahrungsaufnahme alle paar Stunden erfolgen kann und nicht nur zu bestimmten  Fütterungszeiten. Es bietet sich an, durchgehend Trockenfutter zur Verfügung zu  stellen und frisches Futter morgens und abends zu geben. Die  Ernährungsfaustregel lautet: 80% tierische Proteine aus Fleisch/Fisch, 20% Getreide, Gemüse, Obst.

Was heißt €ž”hochwertige Ernährung”? Zuerst einmal bedeutet dies, dass Frettchen einen hohen Bedarf an proteinreicher Nahrung und guten Fetten haben. Die Proteine müssen zu 80% aus tierischen und nicht  pflanzlichen Quellen kommen. Beim Kauf von Fertigfutter bitte Produkte für Katzen (nicht für Hunde) oder Frettchen kaufen, denn Frettchen sind ebenso wie Katzen auf die Zuführung von Taurin angewiesen.

Woran erkennt man nun  “gutes” und “€žhochwertiges” Fertigfutter? Es bleibt einem nichts anderes übrig,  als das Lesen der Zusammensetzung auf den Verpackungen zu lernen. Die  Inhaltsstoffe sind in der Reihenfolge “€žam meisten” bis “€žam wenigsten” geordnet.  Der Getreideanteil muss möglichst gering sein.


Trockenfutter:

Auf der sicheren Seite beim  Trockenfutter bist Du, wenn der Hauptbestandteil GeflügelFLEISCHmehl und nicht  Geflügelmehl ist. Geflügelmehl bedeutet, dass auch minderwertiges Fleisch und tierische Nebenprodukte wie Krallen, Galle, Darm, Hufe, etc. verwendet werden, während “€žFleischmehl” sich auf Muskelfleisch bezieht.

Steht  “Geflügelfleisch” an erster Stelle (hiermit ist der Anteil Frischfleisch vor dem  Trocknen gemeint) und danach "Getreide", kannst Du Dir ausrechnen, dass nach dem Wasser- und Fettentzug des Frischfleisches, also nach dem Trocknen, 1/5 der Menge an Fleisch verschwindet, sprich, das Futter klingt gut, ist aber nicht  gut, da nach dem Trockenvorgang des Fleisches in Wirklichkeit Getreide an erster  Stelle stehen würde.

“€žFleischmehl” sollte deshalb an erster Stelle bei  der Zusammensetzung stehen!

Gute Trockenfuttersorten für Katzen sind z.B. LEONARDO (super!!!), Nutrial Choice, HILLS Science, manche Sorten von  Eukanuba, Royal Canin, Purina, Iams. Spezielles Frettchenfutter bekommst Du z.B.  hier:
Kennel Nutritions Ferret:
http://ferretworld.de und hier:
http://www.bestesfutter.de
Frettchen4You:
http://www.frettchen4you.de oder
Totally Ferret
http://www.frettchenshop.de und hier: http://ferretworld.de
Chudleys Ferret:
www.dodsonandhorrell.de
Ferret Complete:
http://www.zooplus.de und http://www.zamperl-co.de
Petsnature:
http://www.petsnature.de
Fernando Frettchen:
http://www.zoobi.de

Wenn Du die Inhaltsangaben vor allem der Frettchenfuttersorten liest, hast Du einen guten Anhaltspunkt, wie sich Zusammensetzungen guter Sorten lesen sollten. Im  Trockenfutter sollte kein Zucker/Karamel, keine Anti-Oxidationsstoffe  (Antioxydant) und keine künstlichen Konservierungsstoffe enthalten sein.  Hochwertige Trockenfuttersorten sind durch Vitamine konserviert. Um zu verstehen, was hinter den Inhaltsangaben steht, empfehle ich diesen Text SEHR:
http://www.frettchenfreunde.info/forum/viewtopic.php?t=2122. Hier  lernt man auch, dass ein Zuckerrübenschnitzel nicht hochwertige Nahrung ist,  also das, was wir so mit "Schnitzel" assoziieren, sondern pflanzliche  Abfallfaserprodukte, etc.. Spannend und sehr aufklärend dieser Text!!! Diese  Übersicht ist ebenfalls hilfreich um zu verstehen, was wir eigentlich  füttern:http://www.zooplus.de/tierarzt/lexikon.

Trockenfutter  beugt der Zahnsteinbildung vor, aber eine ausschließliche Trockenfutterfütterung  kann Nierenprobleme verursachen, weil nicht jedes Frettchen ausreichend viel  Wasser trinkt.


Nassfutter:

Beim Nassfutter genauso: Produkte mit Getreide oder Neudeutsch “€žCerealien” verursachen große, breiige Kothaufen, woran Du siehst, dass die pflanzlichen Proteine nicht verwertet,  sondern ausgeschieden werden. Der Fleischanteil soll also möglichst hoch sein! Miamor “Milde Mahlzeit” z.B. besteht aus 85% Huhn und 15% Reis (Reis ist natürlich Getreide, aber ein hochwertiges und ist in einem vernünftigen  Verhältnis zum Fleisch) oder 85% Huhn mit 15% Schinken/Forelle, etc. Gute Hersteller sind z.B.:
Animonda (Sorte Carney, Classic),
Miamor (Schälchen “Milde Mahlzeit” + die Tütchen),
Almo (Futterhersteller ohne  Tierversuche!),
Napur:
www.napur.net
Ropo Cat
Grau: www.grau-gmbh.de,
Bozita:
http://www.svenskakattmatskoket.se (beim "Futterhaus" zumindest in Köln gesehen!)
Reico (nur hochwertige Produkte  ohne Farbstoffe, Geschmacksverstärker, gutes Fleisch, etc.):
www.reico-vital.de

Vergiß bitte nahezu jedes Supermarktfutter und kaufe im Tierfachhandel ein, wo Du die hochwertigen Sorten bekommst. Oft wird man dort auch gut beraten, wenn Du nach  Futter mit hohem Anteil tierischer Proteinquellen ohne Zucker, Karamel, künstlichen Konservierungsmitteln und Antioxidationsstoffen fragst. Diese Futter sind zwar teurer, aber die Tiere fressen weniger davon, da sie hochwertiger sind und außerdem sind sie wertvoller und somit sehr viel gesünder.

Einige hochwertige Sorten Nassfutter, die zu 90% oder 100% fast nur aus Fleisch oder  Fisch bestehen, sind kein Alleinfuttermittel, sondern Ergänzungsfuttermittel.  Achtet bitte darauf!!! Den Ergänzungsfuttermitteln fehlen Taurin-, Vitamin- und Mineralstoffzusätze und sie sind demnach wie eine Fleischmahlzeit zu betrachten.

Frischfleisch:

Jedes hochwertige Fertigfutter versucht, die Bestandteile natürlicher Beutetiere so gut wie möglich in der  Zusammensetzung nachzuahmen und von daher macht es natürlich Sinn, Beutetiere  als Frischfleisch direkt zu füttern. Hier eignen sich tiefgefrorene Küken und Mäuse, die man in Reptilientierhandlungen oder in Tierfachmärkten bekommt und  vor Fütterung natürlich auftaut. Über das Internet kann man sich auch tiefgefrorene Küken und Mäuse in Kühlbehältern zuschicken lassen. Ganze  Beutetiere sind die kompletteste und ausgewogenste Mahlzeit für Raubtiere. Das  Frettchen hat Fleisch, Innereien, Knochen, Fette, Getreide (Mageninhalt) und  Fell/Federn zum "Darm durchputzen" - und das alles in einem optimalen Verhältnis. Die Verfütterung lebender Beutetiere ist tierschutzrechtlich verboten und steht zu Recht unter Strafe!

Ansonsten kann man (bis auf  Schweinefleisch) alle Sorten Fleisch am besten roh verfüttern, inklusive  Innereien. Das Fett nicht abschneiden -€“ Frettchen brauchen fettreiche Kost! Am besten verdaulich ist Hühner-, Lamm-, Kaninchen- und Wildfleisch. Rindfleisch  wird bereits schlechter verwertet. Rohes Fleisch zu verfüttern rettet einige  Inhaltsstoffe, die beim Kochen verloren gehen! Anbieten kann man helles und dunkles Puten- und Hähnchenfleisch, Hähnchenherzen, -mägen, -leber,  Rindergulasch, -herz, leber, alles vom Wild, Lamm und Kaninchen, etc. Die Menge Muskelfleisch sollte größer als die Menge Innereien sein (Herz zählt zu Muskelfleisch). Schweinefleisch darf allerhöchstens gekocht verfüttert werden, weil das Frettchen sich mit dem Aujeszky-Virus infizieren und daran innerhalb von 24 Stunden sterben kann. Am besten Schweinefleisch gar nicht füttern.

Achtung! Fütterst Du nahezu täglich Frischfleisch und keine Küken/Mäuse, gibt es ein Problem: Beim Frischfleisch fehlen die Knochen und so kann es zu Kalziummangel kommen. Die Dosierung von Kalzium ist diffizil (Überdosierung ist  schädlich) und muss mit dem Tierarzt beraten werden. Mildern kann man dieses  Problem durch Verfüttern von Hühnerhälsen (zwischen den Wirblen durchtrennen und damit portionieren) und vermeiden, indem man nicht überwiegend ausschließlich  Frischfleisch füttert.


Fisch

Fisch ist ein sehr hochwertiger Proteinlieferant und sollte ebenfalls roh gefüttert werden. Generell gilt, nur Meeresfische und keine Süßwasserfische zu füttern, denn diese  enthalten ein Ferment (Thiaminase), welches Vitamin B1 im Körper zerstört “ ein  Vitamin, das sehr wichtig für Frettchen ist. Durch Abkochen der Süßwasserfische  wird das Ferment zwar zerstört, aber danach ist der Fisch nicht mehr so hochwertig. Zu den Meeresfischen gehören z.B. Barsch, Kabeljau, Rotbarsch, Brassen, etc. (beim Einkauf einfach nachfragen).


Obst und Gemüse

Zur Futterabwechslung eigenen sich ausschließlich milde und  gut verdauliche Sorten, also keine Kohlgemüse oder Zitrusfrüchte. Zur  Erinnerung: Getreide, Obst und Gemüse sollten nicht mehr als 20% der Ernährung  ausmachen, da sie lediglich als Ballaststoffe die Verdauung unterstützen, aber ansonsten nicht gut verwertbar für Frettchen sind. Also fallen Obst und Gemüse schon fast unter Leckerchen. Gerne angenommene Obstsorten sind Melonen, Bananen,  Weintrauben ohne Kern, Birnen, ungeschwefelte Rosinen. Gemüsesorten:  verschiedene Paprika, Avocado, Schlangengurken, Tomaten, gekochte (nie rohe)  Kartoffeln. Mitunter ist man erstaunt, woran das Frettchen Gefallen findet oder  eben auch gar nicht.


Kohlenhydrate:

Der Bedarf an  Kohlenhydrate wird in der Regel durch Getreideanteile im Fertigfutter gedeckt.  Man kann auch salzlos gekochten Reis, gekochte Nudeln und Kartoffeln zur  Abwechslung anbieten -€“ die wenigsten Frettchen interessieren sich allerdings für  dieses Angebot.


Nahrungsergänzungsmittel:

Vitamin B: Bierhefe / Eigelb:

Vitamine der B-Gruppe (wasserlöslich) sind sehr  wichtig für Wohlbefinden, Fell und Haut der Frettchen. Vitamin B ist z.B. enthalten in Leber, Herz, Nieren, Kartoffeln, Kleie, Hefe und Eiern. Bei einer ausgewogenen Ernährung sollte der Vitamin-B-Bedarf also gut gedeckt sein. Da Vitamin-B aber nicht überdosiert werden kann (zuviel wird ausgeschieden), schaden Extragaben wie z.B. Hefeflocken eingerührt im Nassfutter oder Bierhefetabletten nicht. Vor allem in der Fellwechselzeit sind Extragaben  wichtig:
ï‚· 2 - 3 mal pro Woche ein Eigelb (ohne Eiklar, denn das enthält  Avidin, was Vitamin B zerstört),
ï‚· Bierhefetabletten, die man zerdrücken/zermörsern und dann z.B. in Babybrei (s.u. “Leckerchen”) oder Nassfuttersoße einrühren kann,
ï‚· Vitamin-B-reiche Fertig- oder Hefeflocken, die man unter Nassfutter rühren kann.

Vitaminpaste:

Frettchen lieben Vitaminpaste z.B. von Gimpet oder besser noch “CaloPet” vom Tierarzt. Sie schmecken süßlich, weil sie  Zucker enthalten und sind sehr fettig. Zur Belohnung und zur Sicherstellung,  dass das Frettchen alle notwendigen Vitamine und Spurenelemente erhält, kann man  es immer wieder mal kleine Mengen davon direkt aus der Tube schlecken lassen. Bitte die Dosierung auf den Tuben für Katzen runterrechnen auf Frettchen, dann  ist schon klar, dass nur kleine Mengen gut für Frettchen sind, denn hier sind auch fettlösliche Vitamine enthalten, die überdosiert durchaus Schaden anrichten können (z.B. Vitamin A, D, E und K).

Omega-3 und Omega-6 mehrfach ungesättigte Fettsäuren:

Frettchen haben einen hohen Bedarf an  guten, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Um die Versorgung mit diesen wertvollen Fetten sicherzustellen, kann man 1 - 2 Mal die Woche einen Teelöffel  gutes Öl (z.B. Distelöl, Becelöl, Lachsöl) pro Frettchen anbieten. Am besten, man läßtt das Öl direkt vom Teelöffel schlecken oder rührt es in Babybrei  ein, der portioniert verabreicht wird, denn dann ist klar, dass jedes deiner Frettchen seine Portion erhalten hat. Das gilt für alle  Nahrungsergänzungsmittel, denn beim Untermischen im Futter ist man nie sicher, ob jedes Frettchen “€žseine” Menge aufgenommen hat. Ab September bis Ende Januar  sollte man täglich Öl (1 - 3 Teelöffel pro Frettchen, je nach Gewicht) geben, um den Winterspeckaufbau und den Winterfellaufbau zu unterstützen. In dieser Zeit dann bitte kaum noch Vitaminpaste verabreichen, denn die fettlöslichen Vitamine  würden sich ansonsten zu sehr im Frettchen anreichern und es besteht die Gefahr einer Hypervitaminose [diese Info, viel Öl täglich ab September bis Januar und kaum Vitaminpaste habe ich aus: Frettchenjournal, Heft 2, Herausgeber: Eva Abedi].

Leckerchen:

Wie der Name schon sagt: Es geht hier  nicht um Ernährung, sondern um zusätzliche “€žLeckerchen”, die nicht notwendig  sind, um ein Frettchen ausgewogen zu ernähren.

Malt- und  Käsepaste ist ein Leckerchen, das in der gleichen geringen Dosis wie die  Vitaminpaste zu gewähren ist (z.B. als Belohnung nach dem Ohren säubern oder zum Stillhalten beim Krallenschneiden).

Frettchen schlecken gerne Babybrei (bis 4. Monat -€“ Breie für ältere Babies enthalten bereits  Stückchen), also z.B. Pute mit Reis und Gemüse, Huhn mit Kartoffeln und Tomaten, Rindfleisch mit Nudeln und Gemüse, etc.. Ein Eßlöffel Brei pro Frettchen alle 2 - 3 Tage ist eine willkommene Abwechslung. Sind Frettchen an Babybreis als  Leckerei gewöhnt, hat man den großen Vorteil, das z.B. nach einer OP oder bei schwerer Krankheit mit Freßunlust diese Breie, in die man auch noch Rekonvaleszenzpulver und in Wasser aufgelöste oder pulverisierte Medikamente einrühren kann, noch geschleckt werden und somit zumindest eine kleine Fleischzufuhr gewährleistet ist. Auf der Basis von Babybrei kann man auch eine “Ernährungsbombe” herstellen, in dem man Öle, Bierhefe und Eigelb einrührt - “€žall in one” sozusagen.

Quark, Natur-Joghurt, Katzenmilch, Frischkäse werden mitunter auch sehr gern geschleckt. Mit einem Teelöffel  alle paar Tage kann das Frettchen damit verwöhnt werden. Der in diesen Produkten  enthaltene Milchzucker führt zu Durchfall, womit die Mengenreduzierung  einsichtig wird.

Bei Fertigsticks für Katzen/Hunde oder andere  Katzenleckerlies wie Käsedrops etc. ist unbedingt darauf zu achten, dass  diese keine Zucker- oder Karamelzusätze enthalten. Wünscheswert ist es, wenn  obendrein weder Konservierungsstoffe noch Antioxiationsstoffe enthalten sind (die Beef-Sticks SPORT oder SCHULE für Hunde von Vitakraft sind bisher die einzigen Sticks ohne Antioxidations- und Konservierungsstoffe).

Die  beste Art, seine Frettchen zu ernähren, ist nach wie vor die Abwechslung mit  hochwertigen Futtern!!!
So kann kein Mangel durch einseitige Ernährung entstehen. Insofern sollten immer Nassfutter verschiedener Marken und Hersteller  angeboten, eine Trockenfuttermischung aus mehreren Sorten hergestellt und  Fleisch, Küken, Mäuse und Fisch abwechselnd verfüttert werden. Noch ein kleiner Info-Link von Totally Ferret:
http://www.totallyferret.de/de/kat/uid_kategorien/0000140/id_matchcode/frettchen_kat ze_hund/bop/0/print/false/chksum/2c6c174bb278d2559924f97c9b1cd2c1/beetools.html

Danke an Sabi ;-)