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Krankheiten bei Frettchen

Durchfall:

Eine leider häufige Erkrankung bei Frettchen ist Durchfall. Dieser kann durch Futterumstellung, Stress oder Bakterien/Viren verursacht sein. Bei Durchfall ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Frettchen nicht dehydriert(austrocknet).  Hierzu kann der sogenannte Hautfaltentest ausgeführt werden: Man zieht die Nackenfalte sanft nach oben-bleibt sie stehen und geht nicht wieder sofort in  ursprünglichen Zustand zurück, so weist dies auf eine Dehydrierung hin. Bei  starkem Durchfall stellt sich oft auch eine Fressunlust ein.

Ein  leichter, normalfarbiger Durchfall sollte beobachtet werden. Geht er nach höchstens 2 Tagen nicht von selbst weg oder kommen andere Symptome hinzu, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ist der  Durchfall grünlich-gelblich verfärbt und schleimig, so kann dies ein Hinweis auf  Kokzidien sein. Bei Verdacht sollte eine Kotprobe (über24h) beim Tierarzt abgegeben werden, da diese Infektion bei Nichtbehandlung zum Tode führen kann. Grundsätzlich sollten alle Tiere behandelt werden, denn: hat es eines, haben es  alle.

Bei  Apathie oder Fieber ist ein sofortiger Tierarztbesuch unbedingt notwendig!!

Ohrmilben:

Frettchen  bekommen häufig Ohrmilben. Diese werden z.B. mit der Kleidung und den Schuhen  von draußen in die Wohnung geschleppt. In der Regel ist diese Erkrankung gut zu  behandeln.

In den Ohren sieht man schwarz/braune Krümel (Milbenkot). Der Befall kann im  schlimmsten Falle zu einer starken Entzündung und im Extremfall bei  Nichtbehandlung zur Taubheit führen.

Der  Tierarzt kann den Milbenbefall nachweisen und Medikamente geben. Wir haben gute Erfahrungen mit Orisel(Tropfen) und Stronghold(Spot-On) gemacht. Wichtig ist  hierbei, dass die Ohren während des Befalles täglich gesäubert werden müssen. Auch hier gilt: alle Frettchen im Haus mitbehandeln.

 

Flohbefall:

Auch Flöhe können vorkommen. Im Fell krabbeln kleine schwarze Punkte. Um selbst festzustellen, ob es Flöhe sind, das Fell mit einem Flohkamm durchkämmen und ein  Tierchen auf einem Papiertaschentuch zerdrücken. Sieht man einen roten Fleck, sind es Flöhe. Trotzdem sollte zur Abklärung ein Tierarzt aufgesucht werden. Es gilt dann: absolute Hygiene (am Besten mit Dampf säubern, da die Floheier in die  kleinsten Ritzen gehen; Kuscheltücher 24h einfrieren und dann Kochen). Floheier  können bis zu 6 Monate in Ritzen überleben und schlüpfen. Deshalb ist die  Behandlung auch sehr langwierig.

Darmverschluss:

Frettchen  können kleine Gegenstände verschlucken oder Einstreu usw. mit dem Futter aufnehmen. Dies kann zu einem Darmverschluss führen (deshalb niemals Einstreu für den Käfig verwenden!). Der Darmverschluss führt schnell zum Tode. Symptome sind Apathie, geringer bis gar kein Kotabsatz und Übelkeit. Es handelt sich um  einen Notfall, bei dem nur eine sofortige Operation den Tod verhindern kann.  Also auch bei einem leisen Verdacht zum Tierarzt gehen!

 

Dauerranz:

Die  Dauerranz ist eine Erkrankung, die bei Frettchenfähen auftritt, wenn sie nicht  kastriert wurden. Bereits ab der ersten Ranz kann diese lebensbedrohliche Krankheit auftreten. Die Fähen kommen nicht aus der Ranz und vergiften sich  sozusagen innerlich mit Hormonen. Unbehandelt sterben sie einen qualvollen Tod.  Eine Kastration ist die einfachste Lösung, um diesem Problem vorzubeugen (zu Beginn der ersten Ranz). Ist die Fähe in der Dauerranz, so sollte unbedingt ein  frettchenerfahrener Tierarzt aufgesucht werden, der die Fähe auch in der Ranz  kastrieren kann. In der Ranz zu kastrieren stellt sehr hohe Ansprüche an den Tierarzt, da das Gewebe zu dieser Zeit sehr stark durchblutet ist. 

Krebserkrankungen:

Frettchen  sind auch anfällig für Krebserkrankungen aller Art.

Besonders  häufig kommen Tumore der Nebennierenrinde vor. Anfangshinweise sind ein Fellverlust am Schwanzansatz Richtung Rücken, wieder einsetzende Ranz auch trotz Kastration und Gewichtsverlust. Eine Operation kann hier helfen. Ist der Tumor  irroperabel, so kann mit Melatoninimplantaten oder Melatonintabletten geholfen  werden, die Symptome zu verringern und den Verlauf zu verlangsamen. Dies sollte mit dem Tierarzt ausführlich besprochen werden.

Häufig kommen auch Insulinome vor. Ein Insulinom ist ein meist gutartiger Tumor an der Bauchspeicheldrüse, der die Insulinausschüttung negativ beeinflusst. Es kann dann zu schweren Unterzuckerungen kommen. Erkennen kann man es daran, dass das Frettchen nicht mehr so ausdauernd ist, viel schläft, sich öfter hinlegt oder umfällt, leichte Schwankungen der Hinterhand aufweist, es (in der Anfangsphase)  mehr frisst und später weniger, weil die Kraft fehlt. In schweren Fällen kann es auch zu Krämpfen und Lähmungen kommen. Stellt man solche Symptome fest und  bessern sie sich nach Gabe von Traubenzuckerlösung, so ist das ein deutlicher Hinweis. Dann sollte ein Blutbild erstellt werden und mit dem Tierarzt das weitere Vorgehen besprochen werden.

 

Herzerkrankungen:

Frettchen  können auch an Herzerkrankungen leiden. Häufig ist ein Kugelherz, d.h. dass das Herz im Vergleich zur Norm stark vergrößert ist. Hinweise können sein: häufiger Husten, Schlappheit, Bewegungsunlust, häufiges Hinlegen des Frettchens und  Wasseransammlungen im Bauchraum. Es gibt sehr gute Medikamente zur Unterstützung  der Herzmuskelkraft. Ist ein Frettchen gut eingestellt, kann es auch mit einer Herzerkrankung sehr alt werden.

 

Mit  unseren Ausführungen haben wir nur einen kleinen Teil an Information abgedeckt. Zur ausführlichen Information könnt ihr uns gerne kontaktieren.