Portrait

Frettchen (mustela putorius furo) stammen ursprünglich vom Iltis ab, sehr wahrscheinlich vom europäischen Waldiltis. Als ursprünglichste Form gilt der Albino, der im Zuge der Domestikation als erste Form des Frettchens entstand. Durch spätere wieder Einkreuzung von Iltissen entstand der Farbschlag Iltis.

Zum weiten Verwandschaftskreis der Frettchen, die zur Ordnung der Raubtiere (Carnivore, Fleischfresser) gehören, gehören unter anderem auch der Nerz, der Iltis, das Hermelin, das Wiesel, der Marder, der Dachs, das Stinktier und der Otter.

 

Hier ein Bild von einem Albino und einem Iltis

Bereits die Griechen und später die Römer erwähnten Frettchen als beliebte Jagdgehilfen. So erahnt man bereits, dass es Frettchen schon seit weit mehr als 5000 Jahren geben muss.

Zur Jagd werden sie heute nur noch selten eingesetzt. Die Jagd mit Frettchen wird Frettieren genannt und darf nur mit Jagdschein durchgeführt werden. Das Frettchen wird mit Glöckchen und Maulkorb(früher) in den Kaninchenbau geschickt und soll das Kaninchen aus seinem Bau vertreiben, damit der Jäger es erlegen kann. Das Frettchen läuft dem Kaninchen hinterher und wird dann vom Jäger am Ausgang des Baus in Empfang genommen. Es ist auch bekannt, dass Frettchen, insofern sie keinen Maulkorb getragen haben, ein Kaninchen gefangen und verspeist haben. Danach folgte ein Verdauungsschlaf, so dass schonmal Stunden vergehen konnten, die der Jäger auf sein Frettchen warten musste.

Heute werden sie meist als Haustiere gehalten und erfreuen sich einer regen Beliebtheit die in den letzten Jahren noch gestiegen ist. Leider entstanden in den letzten Jahren durch unumsichtige Zucht einige Farbvarianten, die häufig mit Gendefekten verbunden sind (Taubheit, Blindheit usw.). Ausserdem entstanden auch Qualzuchten (Angora-Mütter, die häufig ihre Kinder nicht säugen können usw.). Die Vielfalt der Farbschläge macht das Frettchen immer mehr zu einem beliebten Prestigeobjekt.

 

Frettchen werden im Durchschnitt 8-10 Jahre alt, allerdings nur bei artgerechter Haltung, Pflege und Ernährung.

Frettchenrüden sind in der Regel größer als die Fähen und auch schwerer. Fähen sind meist klein und zierlich, allerdings gibt es hier natürlich Ausnahmen. Über den Charakter kann man nur schwer eine Aussage treffen. Es heißt, Rüden seien meist verschmuster und ruhiger, Fähen eher zickig und agil. Dies muss aber nicht immer zutreffen. Für das Zusammenleben spielt das Geschlecht keine Rolle. Sie müssen sich einfach mögen, das Geschlecht ist völlig egal.

Das Frettchengebiss zählt 34 Zähne. Es handelt sich um ein Raubtiergebiss und die Zähne sind scharf. Beißt ein Frettchen richtig zu können böse Wunden entstehen.

Hier sieht man die scharfen und langen Eckzähne des Frettchens

Frettchen werden in der Regel schnell zahm und umgänglich. Von richtigen Beißern hört man selten. Und: ein Frettchen wird nicht als Beisser geboren, sondern durch fehlerhafte Aufzucht (mangelnde Zuneigung, Anfassen mit Handschuhen...) zu einem solchen gemacht.

Eine Besonderheit der Frettchenanatomie ist der fehlende Blinddarm. Der Verdauungstrakt ist sehr kurz, der Verdauungsweg beträgt 2-3 Stunden. Die Krallen können nicht eingezogen werden.